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Seascape Challenge 2018 “Zwahond” berichtet

Am Wochenende um den 20.04.2018 fand zum zweiten Mal die Seascape Challenge ab Jezera auf der Insel Murter in Kroatien statt.

Das Motto der Veranstaltung lautet „Challenge your comfort zone“ mit Bezug auf den relativ langen abzufahrenden Regattakurs im Vergleich zur Bootsgröße.

Zugelassen waren drei Bootsklassen – Seascape 18, Seascape 24 und Seascape 27 -, wobei für die zwei größeren Bootstypen eine Strecke von etwa 110 sm

(optional für Seascape 18), für die kleinste Seascape etwa eine Strecke von 70 sm zu absolvieren war. Es mußte Zweihand gesegelt werden. Ich forderte die Wohlfühlzone mit Robert Jöbstl auf einer Seascape 18 heraus. Die Segeltage, die wir bisher auf einer Seascape 18 absolviet habe kann man an einer Hand abzählen, allerdings jeder einzelne wunderbar herausfordernd. Die Anreise nach Jezera erfolgte am Mittwoch Abend mit dem etwa 400 kg schweren Boot im Schlepptau. Nach der Ankunft in Jezera wurde das Boot noch bei Dunkelheit aufgeriggt und zum Slippen vorbereitet, übernachtet haben wir noch auf dem Hänger. Schon unmittelbar nach der Ankunft schlug uns der freundliche und unkomplizierte Charakter der Veranstaltung angenehm entgegen. Die Organisatoren waren ehrlich bemüht zu unterstützen, ließen aber großen Spielraum die Dinge auf unsere Art zu anzugehen. Nachdem die Schlafstätten vorbereitet waren, trafen sich die Angekommenen noch auf ein Getränk in einer Bar. Erste Steuermannsbesprechung war für Donnerstag in der Früh angesetzt, bei der hauptsächlich organisatorisches besprochen wurde, die genaue Route wurde erst bei einem zweiten Briefing am Abend bekannt gegeben. Der Donnerstag galt als Einsegel- und Übungstag und um keine Zeit zu verlieren wurden die “Zwahond” – unsere gecharterte SC18 mit der Segelnummer 401 schon kurz nach Sonnenaufgang ins Wasser gelassen, um direkt nach der Steuermannsbesprechung ablegen zu können. Bis in den Nachmittag waren wir dann bei leichten Winden zuerst aus Nordost, ab Mittag dann aus West am Wasser – perfekte Bedingungen für diesen Tag. Nach dem Einlaufen wurden noch einige Dinge umgeräumt, umgeschoren, umgespannt und umgebaut und eine sehr angenehme Sicherheitsüberprüfung mit gleichzeit wertvollen Tipps für die Sicherheit von Seiten der Veranstalter wurde durchgeführt. Um 1830 dann die eigentliche Steuermannsbesprechung bei der die genaue Route vorgestellt und auch über das zu erwartende Wetter gesprochen wurde. Danach gab es ein gemeinsames Segleressen in einem Gasthaus und bald verzogen sich die Crews in ihre Boote, Autos und Hotelzimmer. Der Start erfolgte am Freitag um 0910 unmittelbar vor der Hafeneinfahrt von Jezera. Zuerst starteten die 26 Seascape 18, danach in einer Gruppe die Seascape 24 und Seascape 27.

Die abzusegelnde Route lautete:

Start – Insel Cavlin an Stb – Opat an Stb – Sestrica an Bb – Blitvenica an Bb – Insel Dugo an Bb – Hrid M. Mare an Stb – Skolic/Jezera an Stb (Ende der kurzen Route) –

Komorica an Bb – Mulo an Stb – Babuljak an Stb – Ziel vor Jezera (Ende der langen Route)

Beim Start herrschte Nordostwind und einige Teilnehmer überquerten die Startlinie schon mit gesetztem Gennaker. Bei strahlend blauem Himmel waren wir noch weit davon entfernt unsere Wohlfühlzone zu verlassen, aber schon unmittelbar nach dem etwas unkonventionellen Start galt es die erste taktische Entscheidung zu treffen. Etwa die Hälfte der Boote entschied sich zwischen Murter und der kleinen Insel Hrbosnjak durchzusegeln, was für die vorderen Boote noch problemlos ging, aber schon die hinteren Boote mussten dort die ersten Federn lassen und das Feld begann sich früh auseinanderzuziehen. Mit Gennaker ging es dann bis zur Insel Cavlin, wobei wir uns in Erwartung auf krimpenden Wind ganz nördlich im Feld hielten. Der Winddreher erfolgte dann ungewöhnlich plötzlich nachdem Cavlin passiert wurde und der dann wehende Maestrale nahm im Laufe des Tages bis auf etwa 15 Knoten zu. Bei der Bahnmarke Opat haben sich der Großteil der Seascape 24 und Seascape 27 bereits an die Spitze des Feldes gesetzt und es bildete sich ein relativ homogener Pulk aus Seascape 18. Etwa drei Stunden lang kreuzten die Boote bis zum Leuchtfeuer Sestrica, um dort mit dem Nordwestwind einen rasanten Gennakerkurs Richtung Blitvenica zu segeln. Wellen und Wind waren hoch bzw. stark genug, um die Boote ins Gleiten zu bringen und hier und da kratzten wir an den 10 Knoten Fahrt. Als wir den Blitvenica passsierten, begann auch der Wind weniger zu werden und langsam zurück auf Nordost zu drehen. Bei Zirje wurden die Gennaker geborgen und dann schon ein Am-Wind-Kurs auf die Bahnmarke Dugo zugehalten. Bei zunehmender Dunkelheit segelten die Teilnehmer durch den Archipel vor Sibenik, begleitet von sehr böigen Verhältnissen an der Leeseite von Kakan und Zmajan. Nach dem Passieren des Hrid M. Mare galt es noch bis Jezera zu kreuzen, bei leichter Bora aber dafür ungewöhnlich hoher Welle – keine einfachen Bedingungen. Kurz vor Mitternacht liefen wir als zehnte in den Hafen von Jezera ein. Aufgrund der Wetterlage und der erwarteten, mehrstündigen Flaute um Sonnenaufgang entschieden wir uns es bei der kurzen Route zu belassen. Nach der Ankunft- kurz vor Mitternacht in Jezera wurden die Teilnehmer freundlich mit einem Gulasch und einem Bier empfangen und die Segler saßen noch mehrere Stunden gemütlich beieinander, um die Wettfahrt gemeinsam Revue passieren zulassen. Wir sind ca 90 sm in vierzehneinhalb Stunden gesegelt. Das macht eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,2 Knoten. Der Samstag wurde genutzt, um die Boote wieder aus dem Wasser zu holen, abzuriggen und für den Transport vorzubereiten. Die (vorverlegte) Siegerehrung fand noch am Abend bei einer sehr angenehmen Atmosphäre satt.

Alles in Allem muss der Veranstaltung ein großes Lob ausgesprochen werden: Eine tolle Idee wird angenehm umgesetzt, gut organisiert von freundlichen, kompetenten und unkomplizierten Veranstaltern. Es macht großen Spaß mit den Booten zu segeln und auch wenn die Teilnahme an der Seascape Challenge für viele keine Option sein mag, so können wir nur empfehlen einmal ein Wochenende mit diesen Booten im Golf von Triest zu verbringen – es zahlt sich aus.

Einzig unsere Wohlfühlzone konnten wir nicht herausfordern, Boot und Wetter sorgten für ein einzigartiges Regattaerlebnis. Aber vielleicht ergibt sich diese Möglichkeit ja nächstes Jahr…

Viktoria Kotnig/Robert Jöbstl auf der Zwahond/401 – Platz 10

EIn Interview mit “Zwahond” finder ihr hier:

https://seascapechallenge.com/blog/zwahond/

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